Kirche Poggersdorf
Marktgemeindeamt PoggersdorfHauptplatz 1
9130 Poggersdorf
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poggersdorf@ktn.gde.at
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Etwas abseits der heutigen Trasse der Packer Straße und dem sich dort allmählich entwickelnden Gewerbezentrum erhebt sich auf einer sanften Geländestufe die Pfarrkirche von Poggersdorf, umgeben von einer Kirchhofmauer. Der nur mittelgroße Bau erhält seine wuchtige Wirkung durch den mächtigen Chorturm und die südlich im Chorwinkel angebaute zweigeschossige Sakristei mit Halbwalmdach und kleinen Fenstern. Während deren unteres Geschoß seit jeher als Sakristei diente, stand das obere ursprünglich wohl als „Sagrer“ (von lat. sacrarium, das heißt als Schatzkammer für Pretiosen aller Art im Besitze der Kirche) in Verwendung.
Der Turm besitzt einfache Spitzbogenfenster mit Abfasungen (=Abschrägungen) als Schalllöcher und aufgesetzte Spitzgiebel mit Zifferblätter, über denen sich der steinplattlgedeckte vierseitige Pyramidenhelm erhebt.
Chortürme sind in Kärnten und der benachbarten Steiermark seit dem Ende des Investiturstreits (1122) im 12. und 13. Jahrhundert in großer Zahl vor allem im Wirkungsbereich des Salzburger Erzbischofs und seines Suffragans, dem Bischof von Gurk, errichtet worden. Bausymbolisch betonen sie den Altarraum als liturgisch wichtigsten Teil der Kirche, vielleicht als Zeichen der Wiedererstarkung nach dem Investiturstreit; kunstlandschaftlich sind sie wohl als Import aus der Oberpfalz und dem thüringischen Raum zu sehen, der sich im heutigen Österreich ansonsten nur im Wald- und Weinviertel findet.
Der Chorturm von Poggersdorf stammt im Kern wohl aus dem 13. Jahrhundert und ist parallel zum Anbau der Sakristei im 16. Jahrhundert umgestaltet worden.
Die geräumige aufgemauerte Vorlaube mit seitlichen, heute verglasten Bogenöffnungen und einem breiten Spitzbogentor, dessen schwarz-gelbe Abfasung umlaufend originelle Kugelreliefs aufweist, ist an den Ecken durch rot-gelbe Diamantquadermalerei verziert. Bauform und Dekoration verweisen auf den Manierismus des frühen 17. Jahrhunderts, und tatsächlich findet sich über dem Westportal das marmorne Doppelwappen des Völkermarkter bzw. Tainacher Propstes Franz Gentilotti mit der Jahreszahl 1626. Unter der mächtigen Hohlkehle des Daches sind die Restaurierdaten 1883 und 1984 angebracht.
