Alpinarium Galtür


Hauptstraße 29c
6563 Galtür
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„GANZ OBEN – Geschichten über Galtür und die Welt“
die neue Dauerausstellung des Alpinariums Galtür

Museum und Ort im Wandel
Die Welt wandelt sich und das Alpinarium Galtür verwandelt seine Inhalte ebenfalls. Und doch ist der Anlass zur Entstehung dieses in Europa einzigartigen Museums stets präsent.
Von der Dachplattform aus ergreift der Blick aufs imposante Bergpanorama sowie auf „Die Mauer“. Sie schützt Galtür von der Sonnberglawine, die im Jahr 1999 die Gefahren des Lebens am Berg katastrophal verdeutlichte. Galtür spricht darüber, setzt sich damit auseinander – und wandelt sich.

In GANZ OBEN lauschen die Besucher mit allen Sinnen Beziehungsgeschichten. Über Menschen, die von hier aus hinaus in die Welt zogen. Über jene, die von weit draußen das Dorf im Tal entdeckten. Ist Galtür der Anfang, das Ende oder die Mitte? Diese Position liegt im Auge des Betrachters. Je nachdem, wo dieser sich befindet, eröffnet sich ihm der Blick nach draußen oder er fokusiert sich auf ein Innen. Deutlich sichtbar ist diese neue Offenheit auch auf der Fassade.

Die Ausstellung beginnt und endet im Dazwischenraum. Von hier aus lassen sich fünf Beziehungswelten erkunden, die jedes Mal neu zum Perspektivenwechsel einladen. Jede der 5 verschiedenen Themenkapseln – oder Sphären – ist im Inneren anders inszeniert und vermittelt eine starke, einzigartige Atmosphäre. Ohne Anfang und Ende ist dieser Raum. Hier wandelt der Besucher, begleitet von Lichtschlangen auf den Spuren des Ortes. Aus dem Meer gestiegen, formten sich die Berge und wurden den Walsern zum Lebens- und Siedlungsraum. Immer wieder folgten Menschen dem Ruf der Welt – und der Not: als Pilger, Soldaten, Schwabenkinder, Schmuggler. Bis mit dem Tourismus die Welt nach Galtür kam. Als eigensinnigstes Feriendorf, stellte sich der Ort in den 90-er Jahren dar. Der Eigensinn stand übrigens als Pate. Als man sich dem Geltscherausbau und damit dem Massentourismus verweigerte. Dafür kann man ihn, den Gletscher hier anrufen. Der Vernagtgletscher in den Ötztaler Alpen gibt live Auskunft über seine Befindlichkeiten.

Der Wirkungskreis zeigt Erinnerungen, Kurioses, Interessantes. Viele Gründe gab es immer schon, den Ort das Tal zu verlassen – und zurückzukehren. So wie Maurice Mattle, dessen Enkelin die Reise ihres 90-jährigen, in Paris lebenden, Großvaters zu den Wurzeln der Familie nach Galtür aufgezeichnet hat. Albert Lorenz nahm als Bergführer Anfang des 20. Jahrhunderts an zwei Kaukasusexpeditionen teil. Warum ist auf dem Grab von Wilhelm Bill Lang auf Stromboli neben Paris, Berlin und der Antarktis auch Galtür angegeben?

Im Dunstkreis ist die Welt zu Gast in Galtür. Die beiden Hotels Fluchthorn und Rössle sind als mondäne Herberge einerseits und Traditionsgasthof andererseits Schauplätze dieser Begegnung zwischen Stadt und Dorf, Außen und Innen. Hier erfährt man, dass Albert Einstein und Erwin Schrödinger gerne Galtürer Luft schnupperten. Oder von der langjährigen Freundschaft zwischen Galtür und der in Tokio lebenden Familie Ohata. Über einzelne Biographien erschließen sich Familienschicksale ebenso wie die große Weltgeschichte.

Wo bin ich? Und wie viele? Kugelkoordinaten nennt sich ein Raumfaszinosum, in dem diese Fragen ebenso durcheinandergewirbelt werden wie die Perspektiven. Spiegel, Licht, Töne sind die Ingredienzen für diese besondere Ich-Erfahrung.

Ebenfalls mit dem Oben und Unten beschäftigt sich das Orbital, die Wahrscheinlichkeitswolke. Hier staunt der Besucher über die vielfältige Art, einen Ort wie Galtür zu kartographieren. Hinauf auf die Berge! Dieser Ruf erschallte ab dem 19. Jahrhundert in den Alpen und führte zum Gipfelsturm und zur Eroberung der Berge durch den Alpinismus.

Blasen sind Zitate, die Fremd- und Eigenbilder wiedergeben. Als auditive Impulsgeber fungieren in diesem Raum zwei Hörstationen mit spannenden Geschichten: einer Sage über den Riesen Christli Kuhhaut und einer (fiktiven) Hemingway-Kurzgeschichte vom „Alpine Idyll“ Galtür.

Zu Gast
Für 3 Wochen war die Innsbrucker Reise- und Bergmalerin Maria Peters im Frühjahr 2013 in Galtür. Nicht im Hotel, sondern im Zelt stieg sie im geschichtsträchtigen Jamtal ab und malte vor Ort die „Blaue Silvretta“. Über Werdegang und Ergebnis des stillen Abenteuers berichtet diese Sphäre. (www.maria-peters.at)

Leben mit der Erinnerung
Die Erinnerung wird in Galtür bewusst lebendig gehalten. Die Lawinen vom 23. Februar 1999 forderte 31 Menschenleben. 31 Schicksale, die die Menschen im Tal miteinander und mit vielen Familien von außen verbindet. Diesem Gedenken ist das Alpinarium gewidmet – und dokumentiert dies eindrücklich mit dem „Memento“, einem Triptychon des Künstlers Arthur Salner. Im Kinosaal im Alpinarium fasziniert der Dokumentarfilm von Lutz Maurer über das Leben in Galtür nach 1999. „Die Mauer“ von der Dachplattform aus sichtbar, verbindet das Gestern mit dem Heute, ist sie doch der neu errichtete Schutzwall zwischen Berg und Ort.

Nach dem Ausstellungsbesuch lädt die Cafe-Lounge „Gefrorene Wasser“ zu Erfrischung und kulinarischer Labung. Panoramagenuss verspricht darüber hinaus die gemütliche Sonnenterasse.

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Montag Ruhetag (bei Schlechtwetter und für Gruppen geöffnet)