Georgibergkirche Kindberg

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Die Georgibergkirche überragt auf einer felsigen Anhöhe im westlichen Kindberger Stadtgebiet das Mürztal. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1232. Damals schon wird sie als die ältere gegenüber der Pfarrkirche bezeichnet. Sie war das Gotteshaus für das "Dörfl". Auf dem Berg war sie Gott näher, mit ihr die am dortigen Friedhof bei der Kirche Begrabenen. Ein in der Kirche vorgefundener Votivstein aus der Römerzeit, der einzige im Bezirk Mürzzuschlag, zeigt ein "Kind", nämlich ein Mädchen in nordischer Tracht. Von ihm muss der Berg den Namen Kindberg erhalten haben. Später als man die offenbar kultische Darstellung als heidnisch erkannte, bekam der Berg vom Patron des Gotteshauses, dem hl. Georg, den Namen. Auch das Georgspatronat weist auf einen alten Kultort hin. Empfindsame Menschen bestätigen immer wieder die besondere Aura des Ortes. Die Georgibergkirche ist, was bei christlichen Sakralbauten sehr selten vorkommt, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet. Am Tag der Wintersonnenwende dringt der Sonnenstrahl durch das südliche Fenster genau in die Mitte des Schiffes vor, wo früher die Mariensäule stand. Der gotische Bau erhielt im 17. Jahrhundert eine barocke Einrichtung. Das dreijochige Langhaus geht über einen eingeschnürten Fronbogen in den eingezogenen einjochigen Chor über. An den Gesimskapitellen der Pilaster befinden sich Engelköpfe. Der Altar wurde über gewachsenem Fels errichtet. Sehenswert ist auch die nördliche Holzempore aus dem 17. Jahrhundert. Später verlor die Filialkirche St. Georg an Bedeutung, weil die Pfarrkirche die Seelsorge ganz übernommen hat. Bittprozessionen auf den Georgiberg gab es nur noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dann aber wurde die Kirche verkauft, der Hochaltar nach Köln in die Karmeliterinnenkirche. Seit 1994 bemüht sich der "Kindberger Georgibergverein" um die Sanierung und Wiederbelebung, so werden u. a. Georgiritte und Adventfeiern durchgeführt.