Kultstein Mürzhofen

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Um das rätselhafte und bislang unerforschte Megalithbauwerk bei Mürzhofen lichten sich die Nebel. Vor allem durch aufgefundene Tongefäßfragmente und deren Bestimmung durch das Bundesdenkmalamt konnte ich im Raum von Mürzhofen eine langdauernde urgeschichtliche Kulturkontinuität nachweisen. Die ältesten im Bereich der Kulturanlage von mir gefundenen Tonscherben reichen bis in die ausgehende Jungsteinzeit ( ca. 2000 v Chr.) zurück. Weiteres fanden sich im Raum von Mürzhofen, auf dem Schwemmhügel oberhalb des Turmwirt Tongefäßfragmente aus der früheren und späteren Bronzezeit ( 1700 - 800 v Chr.).

Tongefäßreste aus keltischer Zeit (500v- Christ Geburt) sowie eine größere Anzahl von Fundgegenständen aus provinzialrömischer Zeit ( 2. Jhrd. n Chr. ) runden das Bild ab, und lassen auf eine lange Siedlungs- und Kulturkontinuität schließen. Es finden sich im Ortsgebiet von Mürzhofen also ähnliche archäologische Spuren wie oben beim Steinbauwerk, damit ist auch ein wahrscheinlicher Wohn und - Siedlungsbereich jener Menschen nachgewiesen, welche auf dem westlichen Herzogbergrücken ihre Kulte betrieben. Als ein bedeutender Fund hat ein von Menschenhand aufgestellter tonnenschwerer Menhir zu gelten, welcher sich ca. 1 km oberhalb der behauenen Steinanlage befindet. Die relativ isolierte Lage des Mürztales welches in urgeschichtlicher Zeit nur von der Mürz-Murmündung aus ungehindert betreten werden konnte war meiner Ansicht nach eine der Voraussetzungen, dass sich im mittleren Mürztale eine über Jahrhunderte währende Kult - und Kulturtradition behaupten konnte. Aber auch die Rettenwandhöhle bei Kapfenberg sowie die Ofenberger Höhlen bei St, Lorenzen dürften schon dem Steinzeitmenschen zu einer dauernden Heimstätte im Mürztal eingeladen haben.