Schloss Obermayerhofen in Sebersdorf

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Obermayerhofen wurde 1170 als wehrhafter Gutshof errichtet. Zum Schutz dieses Besitzes stand hier eine Ritterburg, von der wir aber weder wissen, wann sie gebaut, noch wann sie zerstört wurde.

Im Jahre 1315 wird urkundlich ein Heinrich Mayerhofen, Bischof von Gurk und Domprobst von St. stefan in Wien, als Besitzer genannt. Ein Nachkomme, Konrad dem Fruet, verkauft die Herrschaft Obermayerhofen 1377 an Ritter Härtel von Teuffenbach.
Mit diesem Erwerb durch das berühmte Rittergeschlecht der Teuffenbacher, das fast 230 Jahre in Obermayerhofen geherrscht und es kontinuierlich zum Zentrum einer großen Grundherrschaft ausgebaut hat. Bernhard von Teuffenbach erwarb zahlreiche weitere Besitzungen. Nach seinem Tod ist das Erbe am 31. Juli 1540 auf die vier Söhne Andrä, Balthasar, Hans und Servaz zu je einem Viertel vom Schloß mit 14 Zimmern und Kammern und Grundbesitz aufgeteilt worden.

Das kleine Schloß führt zu ständigen Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern. 1552 hat Servaz von Teuffenbach die Anteile der älteren Bruder an Obermayerhofen abgekauft, und begann nun als Alleinbesitzer den Neubau des Schlosses, der 1574 abgeschlossen war. Mord und Todschlag begleitete den Schloßbau. Bruder Andrä beschuldigte Servaz, Werkzeuge und Kalkstein entwendet und so viele Ziegel von ihm weggenommen zu haben, dass damit ein stattliches Haus hätte gebaut werden können. Im verlauf eines solchen Streites hat offenbar der Sohn des Andrä, Christoph Teuffenbach, den Mayerhofener Verwalter Niklas Protonotzky erschlagen.

Servaz, Freiherr von Teuffenbach war in zweiter Ehe mit Katharina von Herberstein verheiratet. Katharina von Herberstein ist am 18. Dezember 1606, 64 jährig gestorben und in der Schloßkapelle begraben worden, wo ihr Grabstein mit dem Wappen zu sehen ist. Im Urbar der Herrschaft Obermayerhofen von 1636 wird das Schloß als wohlerbaut mit ansehnlichem schönen Situs wie kaum eines im Lande und mit ansehlichen Zimmern und Gemächern bezeichnet. Hervorgehoben wird auch die neu wieder zugerichtete Kapelle, die unter den protestantischen Teuffenbachern vernachlässigt worden war, der tiefe Brunnen mit köstlichem Wasser und ein Rohrbrunnen, weiters der große mit einer Mauer eingefriedete Garten mit den darin befindlichen und neu zugerichteten Kuchel-Wurz- und Baumgärten.

Eine Beruhigung der Besitzverhältnisse erfolgte wieder im Jahre 1777, als Josef Graf Kottulinsky Schloß und Herrschaft erwarb. Er erbaute einen neuen Meierhoftrakt, bei dem hofseitig auch heute noch sein Wapen und das seiner Gemahling Elisabeth von Falkenhayn angebracht ist. Unter diesm Besitzer kam es nach 1848 auch zur Grundentlastung. Die Grafen Kottulinsky haben später meist nur im Sommer und Herbst in Obermayerhofen gewohnt. Nach dem Tod von Ernestine Gräfin Khuen-Belasi, geborene Gräfin Kottulinsky, ist im Jahre 1924 auf dem Erbwege eine Nichte, Baronin Maria Taulow, in den Besitz gekommen, nach ihr im Jahre 1939 Dr. Emil Baron von Taulow.

Das Schloß hat in den Nachkriegszeiten durch Besatzungsoldaten schwer gelitten, wurde ausgeplündert und praktisch dem Verfall preisgegeben. Im Jahre 1977 hat Harald Graf Kottulinsky das Schloß zurückerworben und darin 1986 ein Schloßhotel mit erlesenem Komfort eröffnet. Seit 1991 führt seine Ehefrau Brigitte Gräfin Kottulinsky das Schloßhotel. 1999 ließ sie den Schloßpark auf einem angrenzenden Areal um 140.000 m² erweitern.

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