Schloss Eggenberg in Graz


Eggenberger Allee 90
8020 Graz
Telefon: +43 (0)316/8017-9560 und -9532

eggenberg@museum-joanneum.at
http://www.museum-joanneum.at/schloss-eggenberg

Die ehemalige Residenz der Fürsten Eggenberg ist seit 2010 UNESCO-Welterbe und zählt mit seiner erhaltenen originalen Ausstattung, dem weitläufigen Landschaftsgarten sowie mit den im Schloss untergebrachten Sammlungen des Universalmuseums Joanneum (Alte Galerie, Archäologiemuseum, Münzkabinett) zu den wertvollsten Kulturgütern Österreichs.

Die Beletage hat ihr ursprüngliches Erscheinungsbild bis heute nahezu unverändert erhalten.

Das Schloss liegt in einem weitläufigen Landschaftspark aus der Zeit der Romantik, der mit seinem wertvollen Baumbestand zu den kostbarsten Gartendenkmalen des Landes zählt.

Prunkräume

Schloss Eggenberg ist ein einzigartiges Gesamtkunstwerk des Barock, in dem sich Architektur und Ausstattung zu einer komplexen symbolischen Darstellung des Universums verbinden. Es wurde Welterbestätte, nicht zuletzt wegen der bedeutenden „Beletage“ des Schlosses, deren originale Ausstattung seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr verändert wurde. Der Zyklus von 24 Prunkräumen mit prächtigen Wanddekorationen, historischen Möbeln und über 500 Deckengemälden gehört zu den bedeutendsten Ensembles historischer Innenräume, die Österreich besitzt.

Planetensaal

Höhepunkt der Prunkräume ist der 1685 fertiggestellte Planetensaal, der seinen Namen dem Gemäldezyklus des Hofmalers Hans Adam Weissenkircher verdankt. Mit seinem vielschichtigen Bildprogramm, das astrologische und hermetische Vorstellungen, Zahlensymbolik und Familienmythologie zu einer komplexen Allegorie zum Ruhme der Familie Eggenberg verschmilzt, gehört er zu den beeindruckendsten Raumkunstwerken des frühen Barocks in Mitteleuropa.

Deckengemälde

Der Planetensaal war im 17. Jahrhundert Atrium oder Eingangsraum zu den fürstlichen Appartements, die nur von ausgewählten Besucherinnen und Besuchern in strenger Rangfolge betreten werden durften; ein Kreis von 24 Prunkräumen, die ursprünglich wohl zwei große Suiten bildeten – für den Fürsten die südlichen 12 Räume, für die Fürstin die 12 Zimmer an der Nordseite. Gemeinsam ist ihnen die prunkvolle Dekoration mit über 500 Deckengemälden in üppigen Stuckrahmungen, die bis heute erhalten sind. Mythologische Szenen, antike, biblische und neuzeitliche Historien verbinden sich mit Allegorien, Emblemen und Veduten zu einem barocken Bildungskosmos.

Interieurs

In der letzten Phase der Baugeschichte, im 18. Jahrhundert, erhielten die Prunkräume ihr heutiges Gesicht. Die Meublage und Innendekorationen mit drei ostasiatischen Kabinetten und reizvollen gemalten Genreszenen stammen aus der Zeit des Rokoko. Die Deckengemälde aus dem 17. Jahrhundert blieben im Zuge der Neuausstattung unangetastet.

Raunacherzimmer

Fünf Räume erhielten im Zuge des Umbaus besonders reizvoll bemalte Wandbespannungen. Durch heitere Gesellschaftsszenen mit illusionistischen Ausblicken in den Garten und die freie Landschaft erfährt der dunkle Nordflügel des Hauses eine besondere Aufwertung und Belebung. Sie illustrieren die Vergnügungen der Auftraggeber und erzählen von der Nutzung der Räume selbst.

Der Ôsaka-Paravent

Bereits um 1660/80 erwarb Johann Seyfried von Eggenberg im Zuge der prachtvollen Neuausstattung der fürstlichen Residenzen in Eggenberg und Graz einige exotische Kostbarkeiten ostasiatischen Kunsthandwerks, darunter einen Paravent „mit indianisch Papier aufgelegt“, der sich bereits vor 1700 im Grazer Stadtpalais der Familie befand. Bei der Neuausstattung der Eggenberger Prunkräume nach 1754 wurde dieser alte Stellschirm zerlegt und als exotische Dekoration in die Wandbespannung eines modischen „Japonischen Kabinetts“ eingefügt.

Schlosskirche

Die größte bauliche Veränderung im Zuge der Rokoko-Erneuerung durch den Architekten Joseph Hueber war der Einbau der Schlosskirche „Maria Schnee“ an der Stelle des Eggenberger Schlosstheaters. Eine Empore verbindet den Kirchenraum mit den Prunkräumen im zweiten Stock. Von dort konnte die Familie mit Gästen den Gottesdiensten beiwohnen. Das Hochaltarbild ist eine der vielen Kopien des Gnadenbildes Maria Schnee, einer byzantinischen Ikone in der Capella Borghese in Santa Maria Maggiore in Rom.

 

Schlosspark und Gärten

Seit seiner Entstehung im frühen 17. Jahrhundert hat der Eggenberger Garten viele Veränderungen erlebt und den jeweiligen Zeitgeschmack reflektiert. Vom barocken Formalgarten der Fürsten Eggenberg, der das Schloss mit reichen Broderieparterres und Heckenkarrees umgeben hat, sind nur noch wenige Spuren erhalten.

Das Schloss liegt heute in einem weitläufigen Landschaftspark aus der Zeit der Romantik, der mit seinem wertvollen Baumbestand zu den kostbarsten Gartendenkmalen des Landes zählt.

 

Alte Galerie

Erleben Sie 500 Jahre europäische Geschichte im Spiegel der Kunst und Kulturgeschichte! Herausragende Beispiele österreichischer Gotik bezeugen in sieben Ausstellungsräumen den Glauben des Mittelalters, Meisterwerke aus Renaissance und Barock erzählen in 15 neugestalteten Themenräumen von Glanz und Elend der Frühen Neuzeit.

Eine ständig wechselnde Auswahl kostbarer Handzeichnungen und Druckgrafiken aus dem Kupferstichkabinett bereichert die Dauerausstellung mit ergänzenden Themen.

 

Archäologiemuseum

Das Archäologiemuseum zeigt mehr als 1.200 Objekte, die als „Lebensspuren“ Ausgangspunkte für Fragen bilden, die die Menschen seit Jahrtausenden bewegen. Höhepunkte der Dauerausstellung sind hallstattzeitliche Objekte von Weltrang wie der Kultwagen von Strettweg oder die Maske von Kleinklein, aber auch der wertvollste römerzeitliche Fund aus der Steiermark, der Silberbecher von Grünau.

Das Archäologiemuseum soll auch vermitteln, wie begrenzt und bruchstückhaft unser Wissen über die Vergangenheit oft ist, sodass manche Fragen offen bleiben müssen. Die zeitlich und räumlich weit gestreuten Ausstellungsstücke werden daher weniger in ihrer kontextbezogenen historischen Dimension verstanden, sondern als archetypische Konstanten menschlicher Grundbedürfnisse.

 

Münzkabinett

Das Münzkabinett in Schloss Eggenberg erzählt einprägsame Münzgeschichten aus der Steiermark – vom Panthertaler der Münzstätte Graz bis zum Wuschelkopf-Typen der Kelten, von der Goldmünze aus Flavia Solva, die zu einem Schmuckstück umgearbeitet wurde, bis zum Renaissance-Medaillenkleinod Erzherzog Karls II. von Innerösterreich.

Die Präsentation arbeitet die Schwerpunkte des Sammlungsbestands heraus und lässt sich von ihrem Standort inspirieren. Die Bühne für das neue Münzkabinett bilden zwei Räume im ältesten Teil von Schloss Eggenberg, dem im 15. Jahrhundert angelegten Vorgängerbau der fürstlichen Residenz.

 

Sonderausstellungen

Neben den Dauerausstellungen werden im Jahr 2021 folgende Sonderausstellungen gezeigt:

Die Römer auf dem Schöckl

Funde der Grabungen bestätigten die Existenz eines großflächigen Höhenheiligtums auf dem und rund um den Ostgipfel des Schöckl. Es besteht aus einem an der Stelle eines prähistorischen Brandopferplatzes errichteten Kultgebäude des 2. und 3. Jahrhunderts nach Christus und mehreren untergeordneten Weiheplätzen. Aus einem davon stammen einzigartige und bemerkenswerte Funde – schwarze Glasarmreifen, Hunderte bunte Glasperlen, Münzen, Bleivotive, eiserne Fingerringe und Kleinfiguren des 3. und 4. Jahrhunderts – die erstmals im Rahmen einer Sonderausstellung präsentiert werden.

Das Gold der Erzbischöfe

In dieser Ausstellung gehen ausgesuchte Goldmünzen des Erzstifts Salzburg aus dem Münzkabinett des Universalmuseums Joanneum mit ihren prachtvollen Pendants aus der Sammlung des Bankhaus Spängler eine spannende Allianz ein. Die kostbaren Ausstellungsobjekte sind faszinierende Denkmäler für alle Salzburger Landesherren von Erzbischof Leonhard von Keutschach (1495–1519) bis Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo (1772–1803).

Der große Tod – Szenen des Krieges

Die Frühe Neuzeit ist geprägt vom Krieg und dessen dramatischen Folgen für Land und Leute. Die Kunst, vor allem die populäre Druckgraphik, überliefert uns ein eindringliches und oft erschütterndes Bild davon.
Ausgehend von Stefano della Bellas Allegorie Der große Tod und Jacques Callots berühmter Serie Die großen Schrecken des Krieges (1633) zeigt das Kupferstichkabinett der Alten Galerie Szenen des Krieges und des Friedens: Ausbildung, Kriegsgründe und Propaganda, Schlachten und Belagerungen sind ebenso dokumentiert wie das Leben im Lager, Kriegsverbrechen und deren Bestrafung, die Ausbeutung der Zivilbevölkerung, der alltägliche Terror sowie die Masse der Verwundeten, Vertriebenen und Armen.

 

Öffnungszeiten, Führungen, Eintrittspreise und weitere Informationen

finden Sie unter www.museum-joanneum.at/schloss-eggenberg

Quelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum JoanneumQuelle: Universalmuseum Joanneum