Museum in der Widumspfiste in Fügen im Zillertal
Lindenweg 2
6263 Fügen
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Das 1050 erstmals urkundlich erwähnte Anwesen „Widums Pfiste“ in der Gemeinde Fügen im Zillertal fand im Laufe der Jahrhunderte wechselnde Verwendung. Heute ist darin das sehenswerte Heimatmuseum Fügen untergebracht, welches zu einer Zeitreise durch das Zillertal einlädt.
Als Schwerpunkt wird die Geschichte der Zillertaler Sängerfamilien und die damit verbundene Verbreitung des Liedes "Stille Nacht" in die ganze Welt dokumentiert. Anhand von Bildern, Notenbüchern, Exponaten und Dokumenten kann man die Reisen der Sänger in die Welt nachvollziehen. Dies ist nicht nur in der Weihnachtszeit interessant!
Auf vier Etagen informiert das Museum weiters über die Rokoko-Bildhauer Nißl, die Altarwerke in Tirol und Bayern schufen und weitere Künstler aus der Region.
Ebenso sind Gerätschaften alter Handwerke wie Federkielsticker, Tischler, Schlosser, Klosterarbeiten, Fassbinder, Wagner, Hutmacher, Seiler und Schnapsbrenner zu sehen. Ein Raum ist der Tux-Zillertaler Rinderrasse gewidmet, die um 1970 als ausgestorben galt und erfolgreich nachgezüchtet wird. 2004 kam die große Ausstellung Bergbau und Hüttenwesen im neu erbauten Tiefgeschoß dazu.
Öffnungszeiten 2025
10. Juni bis 24. Oktober
Dienstag bis Freitag 14:00 – 17:00 Uhr
An Feiertagen bleibt das Museum geschlossen!
Letzter Einlass ist jeweils um 16:15 Uhr
Stille Nacht Lied
Das zur Weihnacht 1818 in Oberndorf entstandene Lied „Stille Nacht“ brachte der Orgelbauer Carl Mauracher aus Fügen, der zur Reparatur der Orgel gerufen worden war, im Jahre 1819, also vor 200 Jahren, mit zurück ins Zillertal. Es wird heute in 250 Sprachen und Dialekten gesungen!
Die Rainer-Familie aus Fügen (Ur-Rainer) trug es ab 1824 von Fügen nach Deutschland und England. Mit ein Auslöser der Sängerreisen war ein Besuch des russischen Zaren Alexander I. und von Kaiser Franz im Jahr 1822. Sie nahmen auf der Rückreise von einer Konferenz in Verona im Fügener Schloss Aufenthalt.
In Leipzig sorgten sieben Jahre später (1831) die Geschwister Strasser aus Laimach im Zillertal für Aufsehen. Bei einem Konzert wurde unter dem Titel "Vier ächte Tyroler Lieder" auch das Stille Nacht Lied aufgezeichnet und dann 1832 in Dresden gedruckt (der erste bekannte Druck des Liedes). Den zweitältesten Druck des Liedes im Gesangsbuch "Hausschatz der Deutschen" (Leipzig 1845) kann man im Original im Museum sehen.
Ludwig Rainer, Sohn von Maria Rainer, (2. Generation), brachte es mit der Rainer-Family am Heiligen Abend 1839 in New York zu Gehör (2019: 180 Jahre!) und trat von dort eine 3 Jahres-Tournee durch Amerika an. Viele weitere Sängergruppen aus dem Tal machten sich auf den Weg. Die Familie Leo aus Zellberg war Stammgast im Hause von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar.
Im Jahr 2009 wurde die Sammlung um ein Faksimile des Stille Nacht - Autographs von Joseph Mohr, entstanden um 1820, erweitert. Das Original tauchte in Linz 1998 auf und konnte vom Salzburg Museum erworben werden. Es wurde aufwendig restauriert und wird unter Verschluss gehalten.
Da das Lied durch die Zillertaler Familien (Mitte des 19. Jahrhunderts waren ca. 500 Wanderhändler und Sänger in ganz Europa unterwegs) in die Lande getragen wurde, galt das Lied bis 1854 als Tiroler- oder Zillertaler Weihnachtslied. Niemand wusste bis dorthin den wirklichen Entstehungsort Oberndorf bei Salzburg. Die Berliner Hofopernkapelle ließ 1854 zuerst in Salzburg nachforschen, da man annahm, es handle sich dem Aufbau nach um eine Komposition von Michael Haydn oder gar von W. A. Mozart. Über das Kloster St. Peter in Salzburg wurde Franz Xaver Gruber, der Verfasser der Melodie, ausgeforscht. Er fertigte daraufhin eine Abschrift des Liedes an (Authentische Veranlassung) und erwähnt im Begleitschreiben auch unseren Orgelbauer Mauracher aus Fügen/Kapfing, der das Lied nach Fügen im Zillertal brachte. Zu diesem Zeitpunkt war der Verfasser des Textes, Vikar Joseph Mohr schon verstorben.
Stille Nacht Schallplattensammlung
Das Museum in der Widumspfiste umfasst die größte, bekannte Sammlung von Stille-Nacht-Schallplatten. Die verschiedenen Stille-Nacht-Versionen auf den mehr als 500 Schallplatten aus aller Welt und in mehr als 100 Sprachen wurden digitalisiert und ein Teil der Plattencover auf einer Präsentationswand im Museum angebracht. Dort haben Sie als Museumsbesucher/in die Möglichkeit, über einen QR-Code mittels Smartphone oder Tablet und Kopfhörer zahlreiche Stille-Nacht-Versionen in verschiedensten Sprachen anzuhören.
Künstler aus dem Zillertal
Im Museum werden auch die Zillertaler Rokoko-Bildhauer aus der Familie Nißl gezeigt. Diese schufen die Altarwerke in Tirol und Bayern sowie Krippen. Eine über 200 Jahre alte Papierkrippe (Fastenkrippe) von Christoph Anton Mayr aus Schwaz ist ebenso ausgestellt.
Sie sehen Medaillons des Graveurs und Münzstechers Leonhard Posch aus Fügen-Kapfing, der es in Berlin zu großer Bekanntheit brachte und auch dort verstarb.
Exponaten akademischer Maler der Region (Schwetz, Hell) sind Ausstellungen gewidmet.
Alte Handwerkskunst
Die Gerätschaften und Gegenstände alter Handwerke wie Federkielsticker, Tischler, Schlosser, Klosterarbeiten, Fassbinder, Wagner, Hutmacher oder Seiler sind zu sehen. Als Besonderheit wird auch eine „Mozartorgel“ aus Hall in Tirol gezeigt und dazu auch die Geschichte erklärt.
Zillertaler Rinderrasse
Ein Raum ist der „Tux-Zillertaler Rinderrasse“ gewidmet, die um 1970 als ausgestorben galt und jetzt von den Landwirten erfolgreich nachgezüchtet wird.
Dokumentation der örtlichen Vereine
Zudem werden die örtlichen Traditionsvereine wie Musikkapelle, Schützen und Feuerwehr anschaulich dokumentiert.
Bergbau und Hüttenwesen mit Mineraliensammlung
Im Jahr 2004 kam die große Ausstellung Bergbau und Hüttenwesen im neu erbauten Tiefgeschoß dazu. Diese dokumentiert die 600 Jahre lange Geschichte des Bergbaus in Fügen.
Die Neuaufstellung der Zillertaler Mineraliensammlung von Alfons Schiestl wird interaktiv präsentiert. Gesteuert über einen Touch-Screen können die einzelnen Mineralien beleuchtet hervorgehoben und genau betrachtet werden.
Museumgütesiegel
Das Museum in der Widumspfiste in Fügen ist seit dem Jahre 2011 mit dem Österreichischen Museumgütesiegel ausgezeichnet.
Weitere Informationen
finden Sie unter www.hmv-fuegen.at