Kirche Tiffen in Steindorf

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Die katholische Pfarrkirche Heiliger Jakobus der Ältere in Tiffen, einem Ortsteil der Gemeinde Steindorf am Ossiacher See, steht weithin sichtbar auf dem sogenannten Jakobsfelsen, einem Ausläufer des Gerlitzenzuges, oberhalb des Ortes. Die im Kern romanische Kirche wurde gotisch und barock überformt sowie im 15. Jahrhundert zur Wehrkirche ausgebaut. Sie ist heute Mittelpunkt des Landschaftsschutzgebietes Tiffner Kirche.

Die Kirche wurde erstmals zwischen 1060 und 1076 als Kirche der Eppensteiner urkundlich erwähnt. Sie ist neben Grafendorf bei Friesach die älteste Jakobuskirche Kärntens. 1076 kam sie unter den Einfluss des Salzburger Erzbischofs. Im Zehentvertrag von Erzbischof Gebhard mit dem Eppensteiner Graf Marquard ist vom Drittel der Kirche die Rede, der einzige Fall im salzburgischen Kärnten, in dem eine Eigenkirche geteilt ist. Tiffen war bereits vor 1206 Pfarre. Im 14. Jahrhundert kam die Pfarre unter den Einfluss der Habsburger, den neuen Landesherren. 1500 war an der Kirche eine Bruderschaft ansässig. Im 15. Jahrhundert wurde sie angesichts der Türkeneinfälle und des Ungarnkrieges zu einer Wehrkirche ausgebaut. Von 1540 bis 1555, zur Zeit Abt Andreas Hasenpergers, gehörte die Kirche zum Stift Ossiach. Die im Kern romanische Kirche wurde gotisch und barock überformt. 1782 gehörten zur Pfarre Tiffen die Vikariate St. Margareten in der Reichenau und Pernegg, und die Filialen St. Margarethae in Tiffen, Werschling, St. Nicolai in Powirtschach, Pichlern, St. Jacobi et Leonhardi in Pfaffendorf, St. Ruperti bei Feldkirchen, Steindorf, St. Ruperti in Adriach. Restaurierungen fanden 1994 (Turmfassaden) und 1996 (Erneuerung Steinplattldach an Chor und Sakristei) statt.

Die Kirche steht in einer größeren Wehranlage. Auf dem Kegel südwestlich der Kirche ist noch ein teilweise abgetragener Rundturm erhalten, der Scharten trägt. Vom Turm ziehen Mauern nach Norden und Osten. Von der Kirchhofmauer ist nur der nördliche Teil erhalten. Hier im Norden der Kirche befand sich in der Vergangenheit der Zugang zur Kirche wie zum alten Pfarrhof. Kirchhofmauer und alter Pfarrhof bildeten einen Zwinger, der an beiden Seiten durch Tore verschließbar war. Vom Osttor ist der Bogen erhalten. Das Westtor war als Torturm erbaut. Von hier führte eine überdachte Freitreppe zum Kirchhof, der durch eine flachbogige Tür abgeschlossen war.

Im Norden des Kirchhofes befindet sich ein Felsabsturz, der durch einen Mauerzug bekrönt und mit einem Dreiviertelrundturm mit Schießscharten befestigt ist. Westlich davon steht ein Rundturm, der Teil einer Toranlage mit Vorburg war. Wie etliche Wehrkirchen ist die Tiffner Kirche mit Steinplattln aus Schiefer gedeckt, einst ein Schutz gegen die Brandpfeile der Türken.

Die Kirche ist eine ehemals romanische Chorturmkirche. Die Langhausmauern stammen aus dem letzten Drittel des 11. Jahrhunderts, der Turm aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Der Bau wurde in der Gotik und im Barock umgestaltet. Der Ostturm hat eine quadratische Grundfläche und ist drei Geschosse hoch. Er besitzt rundbogige Schallöffnungen und einen Pyramidendachhelm. Die gemalten Ortsteine wurden 1994 angebracht, als bei der Restaurierung die Architekturpolychromie von 1787 wiederhergestellt wurde.

Der heutige Chor wurde 1758 erbaut. Nördlich des Chores befindet sich die Sakristei, südlich ein viertelrunder Treppenturm, der sich im Winkel zwischen Turm und Kirchenschiff befindet. 1994 wurde an der Ostwand der Sakristei ein Christophorus-Fresko freigelegt, in dem auch ein seine Junge fütternder Pelikan dargestellt ist. An der Nordseite des Langhauses gibt es drei vermauerte romanische Fenster, an der Südseite zwei. An der Westfassade befindet sich ein gotisch profiliertes Rundbogenportal, das durch ein hölzernes Vordach geschützt ist. Hier befinden sich ein polygonaler Weihbrunnkessel und ein romanisches Kapitell, das ebenfalls als Weihbrunnkessel verwendet wird.

Das Nordportal ist kielbogig und ist über eine gemauerte Freitreppe zu erreichen. Sie hat ebenfalls ein hölzernes Vordach. Die Tür ist mit gotischen Bandbeschlägen und einem Schlüsselfang ausgestattet. Ein ähnlicher Eingang führt in die Sakristei. An der Außenwand des Chores befindet sich ein Kriegergedächtnisbild von Switbert Lobisser, der in Tiffen geboren wurde. An der Kirchenaußenwand sind zahlreiche Römersteine eingemauert.

Die Kirche wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts zu einer zweischiffigen spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Das Langhaus besitzt 3 1/2 Joche. Der Kirchenraum ist durch die drei Pfeiler in zwei gleich große Schiffe getrennt.[6] Diese seit der Hochgotik bekannte Bauform ist in Kärnten äußerst selten, ein weiteres Beispiel ist die Kirche von St. Gandolf, die wohl aus derselben Bauschule wie Tiffen stammt.[6] Das Netzsterngewölbe steigt fächerförmig aus achteckigen Pfeilern auf und besitzt ein profiliertes Rippenwerk. Im Gewölbe befindet sich ein Schlussstein mit der Jahreszahl 1508, die sich aber nicht auf die Baugeschichte bezieht. Im Westjoch befindet sich die Orgelempore aus Holz vom Ende des 19. Jahrhunderts. Der Triumphbogen ist rundbogig und niedrig. Das Chorquadrat ist kreuzgewölbt, im Norden führt eine Tür in die Sakristei. Der Chorschluss ist gratgewölbt.