Bleischachtofen in Feistritz ob Bleiburg

Marktgemeindeamt Feistritz ob Bleiburg
St. Michael ob Bleiburg 111
9143 St. Michael ob Bleiburg
Telefon: +43 (0)4235/2257-0

feistritz-bleiburg@ktn.gde.at
http://www.feistritz-bleiburg.at

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In einer Schirmbulle des Papstes ALEXANDER III. für das Stift Seckau vom Jahre 1171 wird unter den aufgezählten Gütern auch eines im „Jaunthale“ und ein Berg genannt, wo nach Silber und Blei gegraben wurde. Mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit handelte es sich dabei um die Petzen, auch der Name der Stadt „Bleiburg“ dürfte auf die naheliegenden Bleigruben zurückzuführen sein.

Während das tatsächliche Alter der noch heute sichtbaren Schurfstollen auf der Hochpetzen (Stropitz, Spitz, Siebenhütten, Krischa) nicht genau festzustellen ist, weiß man mit Sicherheit, dass die wesentliche Abbautätigkeit in jüngerer Zeit im westlichen Gebirgsstock der Petzen, um den Dickenberg, stattgefunden hat. Seit dem 19. Jahrhundert sind die Grubenreviere Kolscha, Allerheiligen und Trabenta bekannt. Besitzer und Bergbauberechtigte waren E. Schamberger, L. Prettner, J. Rainer und G. Kraut. Am 21. Juni 1893 erwarb die Bleiberger Bergwerks-Union den Grund und die Bergrechte der drei erwähnten Grubenreviere. Bis zum Ersten Weltkrieg entstand in der „Schmelz“, am Fuße der Petzen, ein richtiger Verhüttungsort mit Arbeiter- und Beamtenhäusern, einer Schmiede und anderen Bauwerken.

Der Personalstand setzte sich aus einem Betriebsleiter, einem Grubenvorsteher, 25 Bergmännern und fünf weiblichen Arbeitskräften zusammen. Die Knappen und die in der Handaufbereitung eingesetzten Erzwäscherinnen wohnten wochentags als sogenannte „Wochenberger“ in dem in einer Seehöhe von 1375 m gelegenen „Kolscha-Berghaus“. Werkzeug- und Materialtransporte wurden mit Maulesel durchgeführt, die Stollenvortriebsarbeiten erfolgten händisch, d.h. mit Schlägel und Schlenker (händische Leistung je Hauer und Schicht: 2,5 m Bohrloch). Im Jahre 1931 musste die bergbauliche Tätigkeit analog jener Gruben des Obirs mangels wirtschaftlichen Erfolgs und der einsetzenden Weltwirtschaftskrise eingestellt werden.

Heute erinnert nur noch die Reste eines Bleischachtofens in der Schmelz, welcher im Jahre 1996 durch die Gemeinde Feistritz ob Bleiburg mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes für Kärnten und dem Bergbaumuseum Klagenfurt restauriert wurde, an den ehemaligen Bleibergbau auf der Petzen. Dieser Bleischmelzofen steht unter Denkmalschutz, ist der Öffentlichkeit frei zugänglich und hat als einer der letzten Bleischmelzöfen des 19. Jahrhunderts größten Seltenheitswert.