K-Hof Kammerhof Museen Gmunden


Kammerhofgasse 8
4810 Gmunden
Telefon: +43 (0)7612/794-429

museum@gmunden.ooe.gv.at
http://www.k-hof.at

Die K-Hof Kammerhof Museen Gmunden gingen aus dem im Jahre 1907 gegründeten Stadtmuseum Gmunden hervor. Dieses übersiedelte 1942 in den Kammerhof, den ehemaligen Verwaltungssitz des kaiserlichen Salzamtes.

2007 wurde das denkmalgeschützte Gebäude samt der angegliederten Bürgerspitalkirche den Anforderungen eines modernen Museums entsprechend umgebaut, räumlich erweitert und neu strukturiert sowie fachlich neu konzipiert.

Das Haus bietet ab seiner Neueröffnung zur OÖ Landesausstellung 2008 einen chronologischen Querschnitt durch die Geschichte der Stadt und des Traunseegebietes von den erdgeschichtlichen Anfängen bis ins 21. Jahrhundert.

Um den Stellenwert Gmundens als Keramikstadt zu unterstreichen, wurde Wert darauf gelegt, die Kulturgeschichte dieses Werkstoffes als "roten Faden" zu den Ausstellungsthemen zu legen. Den Besucher erwartet somit 14 historisch gewachsene Schauräume, die in einem Rundgang oder per Lift auf 3 Stockwerksebenen zu erreichen sind. Auf 2000 m2 Ausstellungsfläche  werden mehr als 1000 Exponate präsentiert.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Sonntag 10:00 - 17.00 Uhr - letzter Einlass 16.00 Uhr

Jeden ersten Mittwoch im Monat 10:00 – 21:00 Uhr

In den Monaten Juni bis August und während der Weihnachtsferien erweiterte Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00 – 17:00 Uhr - letzter Einlass 16.00 Uhr

Für Reisegruppen und Schulklassen ist gegen Voranmeldung auch ein Besuch zu anderen Terminen möglich!

 

Traunseeschätze

Naturraum und Bodenschätze am Traunsee beeinflussten die kulturgeschichtliche Entwicklung der Menschen im Gmundner Raum. Salz prägte über Jahrhunderte die Wirtschaft der Stadt. "Traunsee-Marmor" dient bis heute als wertvoller Baustein. Ton ist der Rohstoff für die Herstellung der Gmundner Keramik. Versteinerte Lebewesen aus dem Gschliefgraben sind Zeugen der wechselvollen Erdgeschichte. Traun und Traunsee, die in und nach den Eiszeiten entstanden waren, begünstigten Verkehrswege und Tourismus.

 

Keramik der Frühzeit

Bereits in der Urzeit war der Lebensraum am Traunsee-Nordufer sehr begehrt. Die archäologische Forschung liefert uns Zeugnisse von der Jungsteinzeit, Bronze- und Eisenzeit. Keramische Produkte brachten bereits damals Lebenskultur zum Ausdruck. Gmunden ist daher stolz auf seine jahrtausendlange Tradition des Töpferhandwerks. Das älteste vollständig erhaltene Keramikgefäß der Stadt ist 3500 Jahre alt und entstammt aus einem bronzezeitlichen Gräberfeld.

 

Römische Keramik

Neben der alten Salzstraße ins Alpenvorland brachten Ausgrabungen in Gmunden ein römisches Landhaus zutage. In dieser "villa rustica" entdeckte man Gmundens älteste Töpferwerkstätte. Darin fand man die Spindel einer Töpferscheibe, verschiedene Werkzeuge sowie die Grundmauern eines Brennofens. Scherbenfunde ermöglichten die Rekonstruktion der hier bis ins 3. Jahrhundert hergestellten und importierten Gefäße.

 

Johannes von Gmunden

Der Astronom und Mathematiker (um 1380 - 1442) gilt als einer der berühmtesten Söhne Gmundens. Er wirkte ab 1406 als Professor, später auch als Dekan und Vizekanzler (ab 1425) an der Universität Wien. Er dürfte der Familie Kraf(f)t entstammen, deren Mitglieder bedeutende Stellungen im Salinenwesen des Salzkammergutes innehatten. Sie lebten zu dieser Zeit auf der Wunderburg am Guglberg in Gmunden. Da er auch Priester war, werden in diesem Schauraum Skulpturen gotischer Sakralkunst präsentiert.

 

Gmunden im Mittelalter

Im Jahre 1278 erfolgte unter Kaiser Rudolf I. die Erhebung Gmundens zur landesfürstlichen Stadt. 1324 erhielt diese eine eigene Verwaltung und einen Stadtrichter als Stadtoberhaupt. Das Salinenwesen einschließlich des gesamten Kammergutes wurde von hier aus vom Salzamtmann verwaltet. Das wirtschaftliche Treiben florierte in der Folge und führte zur Organisation der Handwerker in Zünfte. Erst 1625 begannen sich auch die Gmundner Hafner zu organisieren.

 

Bürgerspitalkirche St. Jakob

Die älteste Kirche Gmundens wurde um 1340 errichtet und gehörte zum nahe gelegenen "Bürgerspital", einer sozialen Armeneinrichtung Gmundens. Ab dem 15. Jahrhundert diente sie als Hauskirche und Begräbnisstätte für Persönlichkeiten des Salzamtes im angrenzenden Kammerhof. Von 1891 bis 1911 wurde die neugotische Inneneinrichtung der Kirche in der Werkstätte des Bildhauers Josef Untersberger in Gmunden geschaffen. Die Glasfenster lieferten die "Tiroler Glasmalerei Dr. Neuhauser" und die "Oberösterreichische Glasmalerei Linz". Bauwerk und Einrichtung stehen unter Denkmalschutz.

 

Glaube und Politik

Mit der "Schlacht bei Pinsdorf" und dem Brand des späteren Landschlosses Ort während der OÖ Bauernkriege 1625-1626 rückte der Raum um Gmunden als Wohnsitz des "Statthalters des Landes ober der Ens", Adam Graf Herberstorff, in den Brennpunkt der europäischen Glaubenskriege. Im Zuge der Gegenreformation kam die barocke Vorstellung von der triumphierenden Kirche (ecclesia triumphans) auch in der Kunst zum Ausdruck. Diese erreichte in Gmunden mit dem Wirken der bedeutenden Bildhauer Johann Georg und Franz Schwanthaler einen überregionalen Höhepunkt.

 

Salz und Kaiser

Als Hauptstadt des kaiserlichen Kammerguts mit dem Sitz des Salzamtmannes wurde Gmunden regelmäßig von Herrschern des Hauses Habsburg besucht und war auch Drehscheibe deren internationaler Politik. Die Hierarchie in der Salzwirtschaft bedingte eine Oberschicht über dem arbeitenden Volk mit Beamten und Bürgern. Diese Gesellschaft entwickelte ihren eigenen gehobenen Lebensstil, in der die bis heute weitum bekannte Gmundner Keramik einen besonderen Stellenwert einnahm.

 

Kurstadt Gmunden

Der Niedergang der Salzwirtschaft und die Modernisierung des Verkehrs- und Transportwesens im 19. Jahrhundert verwandelten den Wirtschaftsstandort Gmunden in einen Freizeit- und Erholungsraum. Durch visionäre Ideen ansässiger Bürger und privater Sponsoren avancierte die Stadt zum mondänen Kurort für internationale Adelsfamilien sowie für eine bunte Gäste- und Künstlerschar.

 

Keramikstadt Gmunden

Die traditionelle Gmundner Keramik erlangte mit der Gründung der Hafnerwerkstätte Schleiß einen ihrer Höhepunkte.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten Franz und Emilie Schleiß mit international bedeutenden Künstlern in Gmunden zusammen, die auch das Kunstgewerbe des Wiener Jugendstils wesentlich prägten. Seit damals bemühte man sich von verschiedenen Seiten, dieses Erbe zu bewahren und Kunst mit Keramikschaffen zu verbinden. So veranstaltete man bereits in den 1960er Jahren die "Internationalen Keramiksymposien". Diese erleben mit den "Keramik Symposien Gmunden" seit dem Jahre 2003 eine neuerliche Belebung.

 

Klo & So

Als kulturhistorischer Beitrag zur Geschichte der Gebrauchskeramik präsentiert sich das Museum für historische Sanitärobjekte im K-Hof. Es beleuchtet neben der Sanitärkeramikproduktion auch den Wandel bei den Hygienestandards und vermittelt zudem auch eine spannende wie auch originelle Geschichte rund ums sogenannte "Stille Örtchen". Auch wenn die Erfindung des neuzeitlichen Wasserklosetts bereits in das ausgehende 16. Jahrhundert datiert, dauerte es noch lange, bis es Leibstühle, Zimmerklosetts oder Nachttöpfe in den Haushalten verdrängen sollte. Die Exponate des Museums sind Dauerleihgaben von LAUFEN.

 

Museumsshop

Im Shop finden Sie ausgewählte Produkte heimischer Betriebe. Einen Schwerpunkt bilden für Gmunden typische Keramikerzeugnisse, aber auch süße Spezialitäten, Naturprodukte sowie Ansichtskarten, Kalender und Literatur zu den Themenkreisen Gmunden-Traunseeregion und Salzkammergut.

Quelle: www.k-hof.atQuelle: www.k-hof.atQuelle: www.k-hof.atQuelle: www.k-hof.atQuelle: www.k-hof.atQuelle: www.k-hof.at