Katholische Kirche Unterfrauenhaid

Marktgemeindeamt Unterfrauenhaid
Hauptstraße 27
7321 Unterfrauenhaid
Telefon: +43 (0)2619/7213-0

post@unterfrauenhaid.bgld.gv.at
http://www.unterfrauenhaid.at

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Die Kirche von Unterfrauenhaid, eine der wenigen romanischen Pfarrkirchen des Burgenlandes liegt in 278 m Meereshöhe am Ortseingang und dürfte bereits um 1200 entstanden sein.

Um die Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte eine Vergrößerung der Marienkirche. Die Herrschaft Landsee ließ eine gotische Kirche samt Wehrmauer zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau erbauen. Dabei hat man offensichtlich die noch brauchbaren Mauerreste des romanischen Kirchenschiffes mitverwendet. Beim Bau der Kirche dachte man nicht nur an die Verehrung Gottes, sondern  auch an den Schutz der Bürger im Falle eines feindlichen Angriffes.( Wehrkirche, Wehrmauer)

Viele fromme Pilger werden vom Wallfahrtsort Unterfrauenhaid angelockt. Die früheste Bezeugung der Wallfahrt finden wir in den Jahrbüchern der Jesuiten aus dem Jahre 1620. 1652 stifteten sie ein Bild für den Hochaltar zu Ehren der Jungfrau Maria, das wunderwirkende Gnadenbild der Schwarzen Mutter Gottes. Das Wallfahrtsbild ist eine Kopie der Schwarzen Madonna von Czenstochau.

Wie von allen Gnadenbildern wurden auch von jenem in Unterfrauenhaid viele Legenden erzählt: In der Gegend um Unterfrauenhaid hüteten vor vielen Jahren Hirten ihre Viehherden. Die Tiere fühlten sich besonders wohl, wenn sie sich an heißen Sommertagen in den Lacken um Unterfrauenhaid suhlen konnten. Eines Tages beobachtete der Hirt, wie an einer bestimmten Stelle auf der weiten Heide einige Schweine mit ihren Rüsseln den Boden aufgeregt durchwühlten. Die Sache wurde für den Hirten immer interessanter. Nun begann er selbst, von Neugierde geplagt, die feuchte Erde zu untersuchen. Es kam ihm vor, als ob ein geheimnisvolles Leuchten aus dem Boden käme. Der Hirte grub weiter. Das Leuchten wurde deutlicher und stärker und zuletzt, o Wunder, fand er im Boden ein Bild, ein Bild der Muttergottes mit dem Jesusknaben. 1880 schaffte man das große Altarbild „Maria Himmelfahrt“ an.

Die Errichtung des hohen Turmes (37 m) diente der Beobachtung und Verständigung durch Rauch- und Lichtzeichen, um das Herannahen des Feindes anzukündigen. Im Jahre 1947 konnte die Kirche erneuert werden. Eine neuerliche Renovierung der Kirche erfolgte 1972 unter Pfarrer Pfneisl. Seither kommen regelmäßig abends Gläubige aus vielen Gemeinden hierher, um an der Fatimafeier teilzunehmen.

Die Restaurierung 1980/81 hatte sich zum Ziel gesetzt, möglichst viel von der vorhandenen mittelalterlichen Bausubstanz sichtbar zu machen. Untersuchungen hatten gezeigt, dass die originalen gotischen Fenster des 15. Jahrhunderts noch erhalten waren. Bei der Restaurierung wurde das dritte gotische Fenster freigelegt. Im Inneren der Kirche kann man wunderschöne Lichtreflexe durch die modernen Glasfenster bewundern. An beiden Seiten des Altars findet man Statuen der Evangelisten Johannes und Lukas.

Vor dem Hochaltar schließt ein großer roter Marmordeckel mit einem Wappen eine Gruft ab, die sogenannte Kertessy-Gruft. Sie wurde 1954 entdeckt und frei gemacht. Man fand den Leichnam eines Priesters und den eines Pfarrers. Aufgrund der Restaurierung 1980/81 wurde eine zweite Gruft entdeckt. Der Chronik nach müssten noch zwei Grüfte in der Kirche zu finden sein.

Ein Fresko auf dem Kirchenschiff stellt das Weltgericht dar und ist zirka um 1600 entstanden. Es ist eines der ältesten Fresken des Burgenlandes. Neben zahlreichen künstlerischen Werken, finden wir im rückwärtigen Teil der Kirche den Chor und die Orgel. 1719 bekam die Orgel einen neuen Anstrich, 1750 schaffte man eine neue Orgel an, und 1837 ließ man eine Orgel vom Orgelbauer  König aus Ödenburg bauen. Diese Orgel existiert auch heute noch und ist nach einer längeren Pause wieder voll einsatzfähig.

Der Chor der Mönche, der sich über der Sakristei befindet, war früher zugemauert und wurde im Zuge der Restaurierung 1980/81 wieder geöffnet. Das steinerne Taufbecken stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. Über diesem Taufbecken wurde einer der ganz Großen unserer Heimat, Franz Liszt, am 23. Oktober 1811 getauft.

Neben der Kirche befindet sich die Leichenhalle, vor der im Jahr 1992 vom burgenländischen Künstler Mag. Heinz Bruckschwaiger aus Sigleß das Mahnmal des Friedens – eine Kopf aus Sandstein - errichtet wurde. Auf fünf Platten sind die Namen der Gefallenen der beiden Weltkriege nachzulesen. In der Mitte des Mahnmales wurde ein Aufruf an die Bevölkerung angebracht, der lautet: „Wir müssen unseren Kindern den Frieden erklären, damit sie nie anderen den Krieg erklären.“