Museum im Fürstenstöckl Ebenau

Fürsterzbischöfliche Waffenschmiede und Heimatmuseum Ebenau
Messingstraße 31
5323 Ebenau
Telefon: +43 (0)6221/7229-0
Telefon: +43 (0)664/4422317

gemeinde@ebenau.at
http://www.ebenau.at

Im Museum im Fürstenstöckl in Ebenau werden Erzeugnisse des ehemaligen Ebenauer Eisen- Kupfer- und Messinghammerwerks zur Schau gestellt. Neben zentnerschweren Schmiedehämmern mit Esse und Blasebalg gibt es auch besondere Prunkwaffen der Leibgarde Erzbischof Wolf Dietrichs, sowie Stein-, Radschlossgewehre und Prangerstutzen zu bestaunen – selbstverständlich alles seinerzeit im Ebenauer Werk erzeugt.

Das Werk gewann die für den Betrieb nötige Energie aus Holzkohle. Dazu gibt es im Museum maßstabsgetreue Nachbildungen von Holzrechen und Kohlenmeilern.

Als weiteren Schwerpunkt präsentieren die Vereine von Ebenau eindrucksvoll ihr Jahrhunderte langes Bestehen. Außerdem gibt es sehr seltene Exponate aus Land- und Forstwirtschaft, der Jagd und der Landesverteidigung zu sehen. Einen netten Abschluss des Rundgangs ist der Besuch eines alten Volksschulklassenzimmers. In dieser alteingerichteten Schulklasse können Sie die damaligen Unterrichtsmethoden und Lernbehelfe nachempfinden.

Als Erinnerung an Ihren Besuch erhalten sie eine an Ort und Stelle geprägte Kupfer- oder Messingmünze mit dem „Museum im Fürstenstöckl“ als Motiv.

Öffnungszeiten

Juni bis September
Dienstag und Donnerstag von 10:00 bis 12.00 Uhr
Samstag von 14:00 bis 17:00 Uhr
Ganzjährig gegen Voranmeldung

 

Führungen, Eintrittspreise und weitere Informationen

sehen Sie unter www.ebenau.at/Museum_im_Fuerstenstoeckl

 

Industriegeschichte von Ebenau

Tauchen Sie ein in die Industriegeschichte von Ebenau. Als Fürsterzbischöfliche Waffenschmiede sowie einer Messing- und Eisenerzeugung erlebte Ebenau in der Zeit vom 16. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhundert seine Blütezeit. Zahlreiche Waffen und Messingerzeugnisse aus dieser Zeit zeugen von dem ehemals wichtigen Industrieort.

Im Jahre 1585 erhalten die Gebrüder Steinhauser, auf ihr untertänigstes Bitten vom damaligen Fürsterzbischof Johann Jakob von Kuen Belasy die Bewilligung, ein Hammerwerk und Tradmühl in der Ebenau aufzubauen. Der Grund, warum man diese Hammerwerke hier in Ebenau ansiedelte, war wohl die Energieversorgung durch die Wasserkraft, der hier zusammenströmenden Bäche und dem Waldreichtum zur Erzeugung von Holzkohle, welche man zum Beheizen der Schmelzöfen benötigte.

1634 kaufte Erzbischof Paris Lodron von den Gebrüdern Stainhauser das von diesen erbaute Hammerwerk samt Drahtmühle ab und legte hierzu den Grundstein zu einem der größten Hammerwerke im Lande Salzburg. In der Blütezeit des Werkes (30-jähriger Krieg) fanden 200 Mann Beschäftigung. Der Großteil des hier erzeugten Messings wanderte nach Italien in Form von Blech oder Fertigware, wo man eigens in Venedig eine Faktorei (Verkaufsstelle) errichtete. Aber auch in die Schweiz, nach Frankreich, Deutschland und in die österreichischen Erblande wurde es verkauft.

Durch die Erfindung des Schwarzpulvers im 14. Jahrhundert (im Orient angeblich um tausend Jahre früher) von Berthold Schwarz bestand nun die Möglichkeit Schusswaffen verschiedener Gattungen anzufertigen. Zur Zeit des 30-jährigen Krieges ließ der kaiserliche Kroatengeneral Graf Ludwig  von Isola die Stadt Suhl in Thüringen anzünden, infolge dessen 2 Kirchen und 791 Häuser abbrannten.

Viele Bewohner, darunter auch Gewehrfabrikanten wurden obdachlos und wanderten aus. Zu diesen dürften auch die Klett`s gehört haben. Sie kamen um 1636 nach Ebenau bei Salzburg. Die Klett`s waren den Erzbischöfen nicht unbekannt, denn seit einem halben Jahrhundert lieferten sie dem hf. Zeugamt auf Hohen-Salzburg Waffen.

Dem Erzbischof Paris Lodron dürfte es sehr willkommen gewesen sein, die Rohrschmiede (Waffenschmiede) im eigenen Lande ansiedeln zu können, denn man benötigte im 30-jährigen Kriege stets Waffen. Infolge der Invasion der Schweden im deutschen Lande war die Verbindung mit Suhl oft gefährdet, wenn nicht unterbrochen. Er nahm sie daher ohne Rücksicht, dass sie Lutheraner waren, auf. Mit ihrem Eintreffen in Ebenau hörten die bisher fast jährlichen Waffenlieferungen aus Suhl auf – und Ebenau erlebte seine Blütezeit.

 

Messingweg

Der 1,2 km lange Themenweg führt Sie auf einer Rundwanderung (ca. 90 Minuten) durch die Geschichte der Gemeinde Ebenau - einst einer der wichtigsten Industrieorte des Fürsterzbistum Salzburg. Schautafeln erzählen über die Geologie, die Entstehung der Landschaft und die Kulturgeschichte Ebenaus.

Den thematischen Schwerpunkt bildet das ehemalige Messingwerk. Weiters kann man den renovierten Wasserstollen des Messingwerkes besichtigen, der sich in der Klamm des Schwarzaubaches visavis der Schmelzhütte befindet.

Quelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl EbenauQuelle: Museum im Fürstenstöckl Ebenau